Gundula Ludwig: Demokratie und Biopolitik

20. Mai 2020 (20:00 Uhr - Café Alibi)
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Die Bremer Politologin Gundula Ludwig erforscht biopolitische Elemente der Genealogie der Demokratie. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt zeigt sie, dass in der Herausbildung der Demokratie in Deutschland eine Disziplin wichtig wurde, die üblicherweise nicht mit Demokratie in Verbindung gebracht wird und meist gar als unpolitische Wissenschaft gilt: die Medizin. Von der 1848er-Revolution bis 1933 positionierten sich die Mediziner zunehmend als öffentliche Experten, die ihre ‚Wahrheitsregime‘ über Körper, Krankheiten und Gesundheit heranzogen. Damit legitimierten sie eine bestimmte Form von Demokratie, demokratischer Partizipation und Handeln. Wir fragen nach, was man unter medizinischen Körperpolitiken verstehen kann und wie sie als Machttechniken gelten können.