Heiner Lück: Christian Thomasius (1655-1728). Wegbereiter moderner Rechtskultur und Juristenausbildung

19. September 2007 (20:00 Uhr - Neue Szene)
Heiner Lück

Der Thomasius-Club startete am 19. September 2007 mit zwei Besonderheiten in das Herbst/Winter-Programm 2007/2008: Der Abend fand ausnahmsweise schon um 20 Uhr in der Neuen Szene (Gottschedstraße 16) statt und widmete sich seinem Namensgeber, dem kritischen Rechtswissenschaftler Christian Thomasius. Zu Gast war der Rechtshistoriker und Professor für Bürgerliches Recht, Europäische und Deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Halle Heiner Lück, der zu Thomasius forscht und dazu das Buch „Christian Thomasius (1655-1728) – Wegbereiter moderner Rechtskultur und Juristenausbildung“ (Hildesheim 2006) herausgegeben hat. Heiner Lück ist seit 1998 Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und leitet dort das Projekt „Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas“.
Der Rechtsgelehrte Thomasius war ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen das Vorurteil. Dabei hat er sich nicht nur mit der gesamten Leipziger Professorenschaft seiner Zeit angelegt, indem er Scholastik, Pedantismus und Erstarrung des Geistes anprangerte – er widerlegte außerdem wissenschaftlich die Möglichkeit des Teufelsbündnisses und forderte ein Ende der Hexenverfolgung. Seine Leipziger „Monatsgespräche“ – die erste Zeitschrift, die in deutscher Sprache wissenschaftliche Inhalte vermittelte – sind in ihrer kritischen und unterhaltsamen Art Vorbild für den Thomasius Club.