Juliane Rebentisch: Die demokratische Existenz

04. Dezember 2012 (20:00 Uhr - Horns Erben)
Juliane Rebentisch

Aus Kritik lässt sich lernen. Insbesondere gilt dies, wenn es um die Verteidigung politischer Werte geht. Beispielsweise um den Begriff der demokratischen Freiheit. Im Begriff der Demokratie steckt das Paradox, dass – wenn man sie wörtlich als Herrschaft der Masse nimmt – Sozialordnungen tendenziell zerstört. Wenn nämlich alle herrschen, so die schräge Argumentation, gibt es keine sozialen Normen mehr, sondern Willkür und Chaos. Gegen eine solche Sicht der Dinge schreibt die Philosophin Juliane Rebentisch in ihrem Buch „Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz“ an. Statt in den Abgesang der Demokratie einzustimmen, verteidigt sie die wesentliche Kapazität der Demokratie gegenüber anderen Gesellschaftsmodellen. Indem sie deren Offenheit, Kritik zu üben und sich infrage zu stellen, als Möglichkeiten der Verbesserung und Veränderung herausstreicht, wird Demokratie nicht als Zustand, sondern als Prozess permanenter Modifikation und Transformation verstanden. Statt mehr Macht braucht es klare Grenzen zwischen privat und öffentlich, Regeln, Verfahren und Institutionen.

Prof. Juliane Rebentisch studierte Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin, promovierte 2002 an der Universität Potsdam und habilitierte sich 2010 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seit 2011 ist sie Professorin für Philosophie und Ästhetik an der HfG Offenbach und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Instituts für Sozialforschung.

Aufgrund technischer Probleme am Veranstaltungsabend gibt es leider keinen Audiomitschnitt.