Karl Schlögel: Grenzland Europa

15. Mai 2014 (20:00 Uhr - Horns Erben)
karl_schloegel

„Es gibt ein Europa, das intakt ist und funktioniert.“ Das in einer Zeit zu konstatieren, in der es allenthalben als „Krisendiskurs“ firmiert, kann nur, wer einen Beobachterpunkt einnimmt, der weder ganz oben noch ganz unten, der nicht im betriebsblinden „Getümmel“ liegt. Und wer bereit und in der Lage ist, sich auf Bahnen, in Räumen zu bewegen, die auch zeitlich anders ticken, als wir es mit den Koordinaten unserer „Eventkultur“ wahrzunehmen bereit und fähig sind. Wer den Blick frei hat für „ein anderes Personal“, das „in den allerneuesten Meistererzählungen nicht vor[kommt].“ Und wer dadurch auch prognostizieren kann, dass der nunmehr bevorstehende Abschied von den „Goldenen Zeiten“ im guten, alten Westeuropa schwierig wird, aber doch hoffentlich auch Fähigkeiten hervorbringen möge, die heute noch undenkbar sind. Das alles ist von Karl Schlögel zu erwarten, über dessen Buch „Grenzland Europa. Unterwegs auf einem neuen Kontinent“ wir diskutieren wollen.