Der Thomasius Club kehrt zurück aus der Sommerpause – am 17. Oktober mit Hans Joas zum Thema: Menschenrechte

Oktober 11 2012 in Allgemein

Der Thomasius Club ist zurück aus der Sommerpause und wir freuen uns ganz besonders auf unseren ersten Gast im Herbst 2012: Hans Joas am 17. Oktober zum Thema: Menschenrechte.

In seinem 2011 erschienenen Buch Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte zeigt er, dass der Glaube an die universale Menschenwürde weder nur dem jüdisch-christlichen Erbe entstammt noch eine Erfindung der Aufklärung ist. Die Menschenrechte sind vielmehr das Resultat eines langen kulturübergreifenden Gespräches über Werte, in dessen Vollzug jeder einzelne Mensch zunehmend als heilig betrachtet wurde. Joas erzählt in diesem ‘wunderbaren Buch’ (DIE ZEIT) nicht nur die Entstehungsgeschichte der Erklärung der Menschenrechte nach, sondern beschreibt auch in exemplarischen Studien komplexe kulturelle Diskurse, die zu einem veränderten Wertverständnis geführt haben. Damit knüpft der Sozialphilosoph nahtlos an sein Vorgängerwerk Die Entstehung der Werte (1997) an. – Aber ist das das letzte Wort zum Thema?

Hans Joas war bis 2011 Leiter des Max-Weber-Kollegs in Erfurt und ist derzeit Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Im Sommersemester hatte Joas als erster Wissenschaftler die neu geschaffene Gastprofessur der Josef Ratzinger Pabst Benedikt XVI. Stiftung an der Universität Regensburg inne.

Diese Veranstaltung wird moderiert von Nikos Psarros und Bettina Kremberg. Es verspricht ein spannender Auftakt unseres Herbstprogrammes zu werden, wie immer 20 Uhr im Horns Erben, Arndtstr. 33, Leipzig.

Unsere nächsten Gäste sind Hans Medick: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, am 14. November, und Juliane Rebentisch: Die demokratische Existenz, am 4. Dezember.

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Thomasius Club reloaded – Neues Team im Gespräch mit spannenden Wissenschaftlern

Februar 19 2012 in Allgemein

Mit einer neuen Reihe von wissenschaftlichen Gesprächen präsentiert sich ab Mitte Februar der Thomasius Club erneut dem Leipziger Publikum. Einmal im Monat lädt sich der Club Gäste in die gemütliche Kneipe Horns Erben ein, um mit ihnen eine Stunde lang ein offenes ‚Gespräch über Wissenschaft‘ zu führen. Damit greift er die Idee des Philosophen und Rechtsgelehrten Thomasius’ auf, der ab 1688 in Leipzig seine Monatsgespräche veröffentlichte. Er begründete damit die erste Zeitschrift in Deutschland, die sich mit Wissenschaft auseinandersetzt. Wurden die Gespräche der letzten fünf Jahre unter dem Zeichen ‚Bücher und Wissenschaft‘ von Claudia Albert und Ulrich Johannes Schneider moderiert, so hat sich der Begründer des Thomasius Clubs und Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig nun die Philosophin Bettina Kremberg als Ko-Moderatorin ins Boot gelotst.
Auch dieses Jahr holt sich der Club eine interessante Mischung gestandener Wissenschaftler aus ihren Studierstuben ins Rampenlicht. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe gibt Steffi Richter, ihres Zeichen Professorin für Japanologie an der Leipziger Universität, am 22. Februar, 20 Uhr. Steffi Richter beschäftigt sich vor allem mit der Konsumgeschichte und der politischen Kultur in Japan, die sich seit dem Reaktorunglück in den letzten Monaten gewandelt hat. Darüber hinaus unterstützte sie den Dokumentarfilm ‚Radioaktivists‘, der von der aktuellen Anti-AKW-Bewegung in Japan handelt. Seit April letzten Jahres gestaltet sie das Projekt ‚Textinitiative-Fukushima‘ mit.

Weitere Gäste werden dieses Jahr sein: der Theologe und ehemalige Landesbischof Christoph Kähler (16. März); der über das Verhältnis von Wissenschaft und Religion redet; die renommierte Philosophin Annemarie Pieper (18. April), die sich über die Philosophie und das gute Leben eingehende Gedanken gemacht hat; Gabriele Gramelsberger (6. Juni), die den Wandel der Wissenschaften durch die Einführung des Computers als Forschungs-, Experimentier- und Prognoseinstrument erforscht; sowie der Philosoph Klaus-Dieter Eichler (4. Juli), dem an der Vermittlung einer Philosophie der Freundschaft liegt. Darüber hinaus sind eingeladen: der Philosoph, Soziologe und langjährige Präsident des Max-Weber-Kollegs in Erfurt, Hans Joas (17. Oktober), der die Sakralität der Person als Genealogie der Menschenrechte verteidigen will; der bekannte Historiker Hans Medick (14. November), der danach fragt, wie Leben im Krieg überhaupt möglich ist; und schließlich die Mainzer Philosophie- und Ästhetik-Professorin Juliane Rebentisch (4. Dezember), die im Gespräch klären wird, was eine demokratische Existenz ist. Der Philosoph Martin Seel wird am 23. Mai 111 Tugenden und 111 Laster Revue passieren lassen – dann aber ausnahmsweise nicht um 20.00 Uhr in Horns Erben, sondern um 19.30  Uhr im Haus des Buches.