Ute Frevert: Politik der Demütigung

Ute Frevert: Politik der Demütigung

10. Januar 2018 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Auf ihrem Parcours durch eine 250-jährige Geschichte führt uns die Historikerin Ute Frevert in ihrem neuesten Buch Die Politik der Demütigung an verschiedene internationale Schauplätze, an denen Demütigung und Scham als Mittel der Macht zum Einsatz kommen. Rasch und doch wenig überraschend wird deutlich, dass wir heutzutage den Pranger, statt ihn abzuschaffen, gänzlich neu erfunden haben.

Ute Frevert ist Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und leitet dort den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“. Wir werden mit ihr darüber sprechen, welche Rolle die öffentliche Beschämung in der heutigen Gesellschaft spielt.


Rebekka Habermas: Skandal in Togo

Rebekka Habermas: Skandal in Togo

05. Juli 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Unter dem Titel „Skandal in Togo“ thematisiert die in Göttingen lehrende Historikerin Rebekka Habermas in ihrem neuesten Buch ein Stück deutscher Kolonialgeschichte. Christliche Mission, Berliner Regierungspolitik und Vergewaltigungen der einheimischen Frauen spielen eine finstere Rolle. Briefe aus Togo nach Berlin transportieren Wissen und Klagen über gewalttätige Übergriffe, sexlüsterne Beamte und eine lahmende Ökonomie, gleichzeitig aber verschweigen sie die vielen kleinen und großen Widersprüche kolonialer Herrschaft. Rebekka Habermas schildert den alltäglichen kolonialen Rassismus und sein, häufig überraschendes, Echo im deutschen Kaiserreich. Wir fragen die Autorin nach den Methoden einer solchen Mikrogeschichte und nach deren Resonanz in aktuellen Diskussionen.


Joseph Vogl: Der Souveränitätseffekt

Joseph Vogl: Der Souveränitätseffekt

11. Januar 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Lässt sich moderne Machtausübung überhaupt noch begreifen, ohne auch auf die Ökonomisierung des Regierens zu verweisen? Joseph Vogl jedenfalls vertritt in seinem Buch „Der Souveränitätseffekt“ die These, dass sich im modernen Finanzwesen ein Machttypus entwickelt, der oft jenseits demokratischer Entscheidungsprozesse agiert. Vielmehr intensiviert sich die wechselseitige Abhängigkeit von Machtausübung und Kapitalakkumulation seit 300 Jahren derart, dass man inzwischen von einer vierten Gewalt reden muss. Wir fragen nach, warum souveräne Befugnisse der Politik überhaupt in die Finanzsphäre abwandern konnten und wie die unheilige Allianz von Politik und Kapital auf die Geschicke ganzer Staaten zurückschlägt.