Micha Brumlik: Demokratie und Bildung

Micha Brumlik: Demokratie und Bildung

13. Februar 2019 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Was kann Bildung in Zeiten einer diagnostizierten Demokratiekrise leisten? Sind demokratische Lebensformen auch bei Wohlstandseinbußen aufrechtzuerhalten? Zeigt sich die herrschende Demokratie angesichts des aktuellen politischen Rechtstrends in den Ländern des Westens als Schönwetter-Demokratie? – Solche und weitere aktuellen Fragen wirft der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik aus Frankfurt/Main auf. Wir besprechen mit ihm das Verhältnis von Demokratie, Bildung und Erziehung.


Thomasius Club am 4. Dezember mit Juliane Rebentisch zum Thema: Die demokratische Existenz – Der letzte Thomasius Club des Jahres 2012

Zur letzten Veranstaltung des Jahres 2012 hat sich der Thomasius Club einen ganz besonderen Gast eingeladen: wir werden Juliane Rebentisch am 4. Dezember zu ihrer ‚ästhetischen’ Auffassung von Demokratie und Freiheit interviewen.

Aus Kritik lässt sich lernen. Insbesondere gilt dies, wenn es um die Verteidigung politischer Werte geht. Beispielsweise um den Begriff der demokratischen Freiheit. Im Begriff der Demokratie steckt das Paradox, dass – wenn man sie wörtlich als Herrschaft der Masse nimmt – Sozialordnungen tendenziell zerstört. Wenn nämlich alle herrschen, so die schräge Argumentation, gibt es keine sozialen Normen mehr, sondern Willkür und Chaos. Gegen eine solche Sicht der Dinge schreibt die Philosophin Juliane Rebentisch in ihrem Buch „Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz“ an. Statt in den Abgesang der Demokratie einzustimmen, verteidigt sie die wesentliche Kapazität der Demokratie gegenüber anderen Gesellschaftsmodellen. Indem sie deren Offenheit, Kritik zu üben und sich infrage zu stellen, als Möglichkeiten der Verbesserung und Veränderung herausstreicht, wird Demokratie nicht als Zustand, sondern als Prozess permanenter Modifikation und Transformation verstanden. Statt mehr Macht braucht es klare Grenzen zwischen privat und öffentlich, Regeln, Verfahren und Institutionen.

Prof. Juliane Rebentisch studierte Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin, promovierte 2002 an der Universität Potsdam und habilitierte sich 2010 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seit 2011 ist sie Professorin für Philosophie und Ästhetik an der HfG Offenbach und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Instituts für Sozialforschung.

Es verspricht ein spannender Abschluss unseres Programms 2012 zu werden, wie immer 20 Uhr im Horns Erben, Arndtstr. 33, Leipzig.