Judith Siegmund: Zweck und Zweckfreiheit

Judith Siegmund: Zweck und Zweckfreiheit

In der ästhetischen Theorie der letzten Dekaden ist die von Kant herkommende ‚Zweckmäßigkeit ohne Zweck‘ aus der Analytik des Schönen oft als eine Funktionsfreiheit der Künste verstanden worden. Aktuelle Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst und ihrer Rezeption zeigen aber, dass dieses Verständnis nicht zwingend haltbar ist. In Ihrem Buch „Zweck und Zweckfreiheit. Zum Funktionswandel der Künste im 21. Jahrhundert“ analysiert Judith Siegmund die Geschichte des philosophischen Begriffs Zweck und setzt ihn in ein Verhältnis zu aktuellen Kunstdiskursen. Sie prüft dabei, ob das Dogma einer Funktionslosigkeit der Kunst in der Gesellschaft noch Geltung besitzt.
Judith Siegmund ist Philosophin und Bildende Künstlerin, seit 2018 hat sie eine Professur für Gegenwartsästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Im Gespräch werden wir fragen, ob und inwieweit sich Funktionen von Künsten in Gesellschaften verändern und welche Funktionen Künsten aus philosophischer und soziologischer Perspektive heute zukommen.

Michel Espagne: Kulturtransfer

Michel Espagne: Kulturtransfer

22. Januar 2020 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Die Kulturtransferforschung entwickelt sich seit der Mitte der 1980er Jahre. Sie wurde von Germanisten wie Michel Espagne begründet, der in Frankreich über Deutschland forscht. Was ist das Potential einer Erweiterung der Transferforschung auf die Geschichte der Geisteswissenschaften von der Philosophie über die Kunstgeschichte bis zur Orientalistik? Wo sind die Grenzen der Horizonterweiterung? Wir fragen den derzeit als Leibniz-Professor an der Universität lehrenden Kulturwissenschaftler.

Marc Rölli: Die Franzosen und die Kunst

Marc Rölli: Die Franzosen und die Kunst

07. Juni 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Der seit 2015 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig lehrende Philosoph Marc Rölli ist Kenner der zeitgenössischen französischen Philosophie und Ästhetik. In welchen Denkwelten begegnen sich Kunst und Philosophie? Haben die Denker den Kreativen etwas zu sagen, oder sind diese eher jenen ein Anstoß? Wir fragen zudem nach seinen aktuellen Überlegungen zur „Kritik der anthropologischen Vernunft“: Kulminiert die ‚anthropologische Vernunft‘ in der Rassen-Ideologie des NS? Und gibt es Verbindungen zwischen anthropologischen und ästhetischen Diskursen?