Andreas Reckwitz: Wie Kapitalismus die Kreativität verschlingt

Andreas Reckwitz: Wie Kapitalismus die Kreativität verschlingt

18. Mai 2016 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Der alte Widerspruch von Ökonomie und Kunst ist längst verschwunden. Die Moderne hat ihr Fortschrittsversprechen verschlissen und der ästhetische Kapitalismus hat gesiegt. Das ist die Behauptung von Andreas Reckwitz in seinem Buch „Die Erfindung der Kreativität“. Der sonst so kapitalismuskritische Künstler zeigt dem angepassten Bürger, wie man sich als selbstausbeutender Selbstvermarkter durchschlägt, ohne dem Sozialstaat auf der Tasche zu liegen. Sei kreativ, aber verkäuflich, lautet daher auch die Verheißung seit den 60er-Jahren, die den Rosenkrieg von Kunst und Ökonomie beendet. Wir fragen nach, ob sich diese Prognose erfüllt und zu welchem Preis.

[display_podcast]



Friedrich Forssman: Schriftästhetik und Kultur

Friedrich Forssman: Schriftästhetik und Kultur

14. März 2014 (18:00 Uhr – Horns Erben)

Neue technische Medien verändern Lese- und Schreibweisen. Sind sie deshalb gleich ein Grund für Kulturpessimismus? Dazu, wie Schriftästhetik zu diesen Veränderungen beiträgt und sie einholt, nimmt Friedrich Forssman Stellung. Der Typograf, Buchgestalter und Gebrauchsgrafiker hat nicht nur das als unsetzbar geltende Spätwerk von Arno Schmidt Zettels Traum gestaltet. Er übernahm auch die Aufgabe, Walter Benjamins Gesamtausgabe für den Suhrkamp-Verlag schriftästhetisch umzusetzen. Der Thomasius-Club will von Forssman wissen, welche Rolle der Typograf für den Leser überhaupt spielt und welchen Einfluss er auf die Inhalte von Texten hat. – Forssman ist Autor mehrerer Bücher zur Typografie sowie Gastprofessor an der Kunsthochschule Kassel.


Wilhelm Schmid: Dem Leben Sinn geben

Wilhelm Schmid: Dem Leben Sinn geben

29. Januar 2014 (19:30 Uhr – Haus des Buches – Literaturhaus Leipzig)

Ob man Sinn finden kann, ist schwer zu sagen: Man müsste ihn objektiv erkennen können. Wilhelm Schmid vertritt aber in seinem jüngsten Buch die These, dass er gegeben werden kann. Dem Leben Sinn zu geben, ist in seinen Augen ein wesentlicher Bestandteil der Lebenskunst. Diese schließt eine freundschaftliche Beziehung zum eigenen Selbst ebenso ein wie die Liebe zu Anderen, sogar die zu Feinden. Denn eigentlich gibt es Sinn nur in Beziehungen, und nicht nur zu Menschen, sondern auch zu anderen Wesen und Dingen, zur Natur und zu Schönem. Damit das Leben überhaupt Sinn gewinnt, muss man es lieben. Erst im Vermögen zum Mögen tun sich die eigensten Möglichkeiten des Lebens auf. Sinn ist dann also der Akt, diese Möglichkeiten zu erschließen und zu ergreifen. Wie das geht, soll Schmid im Gespräch verraten. Dann wird sich auch zeigen, ob hier eher ein Esoteriker, Pastor oder Philosoph am Werke war.