Patrice G. Poutrus: Geschichte des Asyls

Patrice G. Poutrus: Geschichte des Asyls

23. September 2020 (20:00 Uhr – Café Alibi/Publikum via Livestream)

Das politische Selbstverständnis im Umgang mit Migranten muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Der Wille zur Offenheit und Solidarität mit flüchtenden Menschen ringt mit der Furcht vor dem Fremden. Diese Ambivalenz lässt sich besonders an den Debatten um das Asylrecht ablesen. So verschiebt sich jenes Recht politisch Verfolgter im gerichtlichen Anerkennungsverfahren zu einer Nachweispflicht, der eine Bemühung, dieses Recht vorzuenthalten, entgegensteht. Patrice Poutrus zeichnet dieses Schwanken der politischen Haltung zwischen humanitärer Hilfe und wirtschaftlichem Pragmatismus in seinem Buch „umkämpftes Asyl“ nach. Wir wollen uns mit dem Autor darüber unterhalten, worin die Erschwernisse liegen, um Geflüchtete als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft anzuerkennen und wie sich die Forderung nach Integration, hinter der sich oft die Erwartung nach ‚vorbildhaftem Verhalten‘ der aufgenommenen Person verbirgt, im Spiegelbild normativer Konflikte in der eigenen Gesellschaft bewerten lässt.

Michel Espagne: Kulturtransfer

Michel Espagne: Kulturtransfer

22. Januar 2020 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Die Kulturtransferforschung entwickelt sich seit der Mitte der 1980er Jahre. Sie wurde von Germanisten wie Michel Espagne begründet, der in Frankreich über Deutschland forscht. Was ist das Potential einer Erweiterung der Transferforschung auf die Geschichte der Geisteswissenschaften von der Philosophie über die Kunstgeschichte bis zur Orientalistik? Wo sind die Grenzen der Horizonterweiterung? Wir fragen den derzeit als Leibniz-Professor an der Universität lehrenden Kulturwissenschaftler.

Ulrich van der Heyden: Mosambik in der DDR

Ulrich van der Heyden: Mosambik in der DDR

04. Dezember 2019 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Vertragsarbeiter aus Mosambik waren in der DDR-Wirtschaft seit 1979 tätig. Ulrich van der Heyden versucht, ihnen nachträglich eine Stimme zu geben. Der Afrika-, Kolonial- und Missionshistoriker sowie Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Afrika arbeitet in Berlin und in Pretoria. Er rekonstruiert ein bislang wenig bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte und will das bis in die Gegenwart schiefe Bilder von afrikanischen Arbeitskräften im Osten Deutschlands korrigieren. Wir sind gespannt, mit welcher Methode das gelingen kann.