Stefan Höhne: Untergrund

Stefan Höhne: Untergrund

15. November 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Moderne Großstädte erhalten um 1900 Bahnen, die sich rasant im Untergrund bewegen und den Alltag der Menschen tiefgreifend verändern. Der Berliner Kulturwissenschaftler und Urbanist Stefan Höhne hat sich mit der Geschichte der New Yorker Subway beschäftigt und protokolliert in einer großen Studie die „Erfindung des urbanen Passagiers“. Dabei interessieren ihn Techniken der Eingangskontrolle und des sozialen Umgangs ebenso wie die Ästhetik der Bahnhöfe und Wagengestaltungen. Er hat im Archiv Tausende von Beschwerdebriefen der Passagiere entdeckt und analysiert. Wir sprechen mit ihm über Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine in der industriellen Massenkultur.

Bei dem Mitschnitt der Veranstaltung gab es technische Probleme – wir bitten die schlechte Audioqualität zu entschuldigen.


Nicolai Sinai: Der Koran

Nicolai Sinai: Der Koran

27. September 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Den Islam aus dem Koran zu verstehen wäre ein Kurzschluss, schreibt der Islamwissenschaftler Nicolai Sinai, der in Leipzig studiert hat und nun an der Universität Oxford lehrt. Dennoch bildet der Koran den grundlegenden Bezugspunkt von anderthalb Jahrtausenden islamischer Geistesgeschichte. Sinai entwirft ein Bild des gegenwärtigen Wissensstandes über Entstehung und Inhalt des Korans und zeigt, dass der Text schon immer auf ganz unterschiedliche Weise rezipiert wurde.


Rebekka Habermas: Skandal in Togo

Rebekka Habermas: Skandal in Togo

05. Juli 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Unter dem Titel „Skandal in Togo“ thematisiert die in Göttingen lehrende Historikerin Rebekka Habermas in ihrem neuesten Buch ein Stück deutscher Kolonialgeschichte. Christliche Mission, Berliner Regierungspolitik und Vergewaltigungen der einheimischen Frauen spielen eine finstere Rolle. Briefe aus Togo nach Berlin transportieren Wissen und Klagen über gewalttätige Übergriffe, sexlüsterne Beamte und eine lahmende Ökonomie, gleichzeitig aber verschweigen sie die vielen kleinen und großen Widersprüche kolonialer Herrschaft. Rebekka Habermas schildert den alltäglichen kolonialen Rassismus und sein, häufig überraschendes, Echo im deutschen Kaiserreich. Wir fragen die Autorin nach den Methoden einer solchen Mikrogeschichte und nach deren Resonanz in aktuellen Diskussionen.