Steffen Mau: Wandel im Osten

11. November 2020 (20:00 Uhr – Zoom/Publikum via Livestream)

Mit seinem jüngsten Buch »Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft« kehrt der Berliner Soziologe Steffen Mau in das gleichnamige Rostocker Neubauviertel zurück, in dem er in den 1970er Jahren aufgewachsen ist. Für seine Untersuchung sprach er mit Dagebliebenen und Weggezogenen. Entstanden ist eine viel besprochene Studie, die erhellende Einblicke in Strukturen und Mentalitäten Ostdeutschlands bietet.
Wir fragen nach, was die DDR mit dem Heute zu tun hat und warum es auch für Soziolog*innen sinnvoll ist, in die Vergangenheit zurückzublicken, um gegenwärtige Fragen zu beantworten.

Wolfgang Fach: Trump und Traum

14. Oktober 2020 (20:00 Uhr – Zoom/Publikum via Livestream)

Der amerikanische Präsident Donald Trump beschäftigt Journalisten und Politologen weltweit. Man fragt sich, wie er zur Macht kam, wie er regiert und was wir daraus für demokratische Staatswesen lernen können. Wolfgang Fach analysiert in seinem jüngsten Buch (Trump, ein amerikanischer Traum? Warum Amerika sich verwählt hat) die Lage und schaut in die amerikanische Geschichte: Können 200 Jahre politische Kultur einfach entsorgt werden? Oder ist Trump viel besser als amerikanischer Politiker zu erklären, als wir es uns denken? Wir fragen nach in aufgeheizten Zeiten, denn die Neuwahl des US-Präsidenten steht im November 2020 an.

Patrice G. Poutrus: Geschichte des Asyls

23. September 2020 (20:00 Uhr – Café Alibi/Publikum via Livestream)

Das politische Selbstverständnis im Umgang mit Migranten muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Der Wille zur Offenheit und Solidarität mit flüchtenden Menschen ringt mit der Furcht vor dem Fremden. Diese Ambivalenz lässt sich besonders an den Debatten um das Asylrecht ablesen. So verschiebt sich jenes Recht politisch Verfolgter im gerichtlichen Anerkennungsverfahren zu einer Nachweispflicht, der eine Bemühung, dieses Recht vorzuenthalten, entgegensteht. Patrice Poutrus zeichnet dieses Schwanken der politischen Haltung zwischen humanitärer Hilfe und wirtschaftlichem Pragmatismus in seinem Buch „umkämpftes Asyl“ nach. Wir wollen uns mit dem Autor darüber unterhalten, worin die Erschwernisse liegen, um Geflüchtete als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft anzuerkennen und wie sich die Forderung nach Integration, hinter der sich oft die Erwartung nach ‚vorbildhaftem Verhalten‘ der aufgenommenen Person verbirgt, im Spiegelbild normativer Konflikte in der eigenen Gesellschaft bewerten lässt.