Judith Siegmund: Zweck und Zweckfreiheit

Judith Siegmund: Zweck und Zweckfreiheit

In der ästhetischen Theorie der letzten Dekaden ist die von Kant herkommende ‚Zweckmäßigkeit ohne Zweck‘ aus der Analytik des Schönen oft als eine Funktionsfreiheit der Künste verstanden worden. Aktuelle Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst und ihrer Rezeption zeigen aber, dass dieses Verständnis nicht zwingend haltbar ist. In Ihrem Buch „Zweck und Zweckfreiheit. Zum Funktionswandel der Künste im 21. Jahrhundert“ analysiert Judith Siegmund die Geschichte des philosophischen Begriffs Zweck und setzt ihn in ein Verhältnis zu aktuellen Kunstdiskursen. Sie prüft dabei, ob das Dogma einer Funktionslosigkeit der Kunst in der Gesellschaft noch Geltung besitzt.
Judith Siegmund ist Philosophin und Bildende Künstlerin, seit 2018 hat sie eine Professur für Gegenwartsästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Im Gespräch werden wir fragen, ob und inwieweit sich Funktionen von Künsten in Gesellschaften verändern und welche Funktionen Künsten aus philosophischer und soziologischer Perspektive heute zukommen.

Kristina Musholt: Sich selbst denken

Kristina Musholt: Sich selbst denken

18. Oktober 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

„Sich selbst denken“ ist der Titel des letzten, auf Englisch erschienenen Buchs der Leipziger Professorin für Kognitive Anthropologie. Musholt beschäftigt sich mit der Entwicklung von Erklärungsmodellen zum menschlichen Selbstbewusstsein sowie zu menschlichen Fähigkeiten der sozialen Kognition. Wie entwickelt sich unser Bewusstsein unserer selbst? Wie können wir uns in andere hineinversetzen? Und: Worin liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von menschlichen und tierischen kognitiven Fähigkeiten? Wir versuchen, die Autorin zur Beantwortung solcher Fragen zu bewegen.


Nicolai Sinai: Der Koran

Nicolai Sinai: Der Koran

27. September 2017 (20:00 Uhr – Café Alibi)

Den Islam aus dem Koran zu verstehen wäre ein Kurzschluss, schreibt der Islamwissenschaftler Nicolai Sinai, der in Leipzig studiert hat und nun an der Universität Oxford lehrt. Dennoch bildet der Koran den grundlegenden Bezugspunkt von anderthalb Jahrtausenden islamischer Geistesgeschichte. Sinai entwirft ein Bild des gegenwärtigen Wissensstandes über Entstehung und Inhalt des Korans und zeigt, dass der Text schon immer auf ganz unterschiedliche Weise rezipiert wurde.