Kathrin Wittler: Morgenländischer Glanz

Kathrin Wittler: Morgenländischer Glanz

10. Februar 2021 (20:00 Uhr – Zoom/Publikum via Livestream

Um 1800 wollten jüdische Autor*innen ihrer europäischen Gegenwart mit literarischen Mitteln einen morgenländischen Glanz verleihen. Die Berliner Literaturwissenschaftlerin Kathrin Wittler macht in ihrem preisgekrönten Buch den Zusammenhang von jüdischer Literatur und Orientalismus in dieser Epoche anschaulich und so nachvollziehbar. Wir fragen unter anderem, welche geistesgeschichtliche Bedeutung das „Morgenland“ für das „Abendland“ hatte und hat.

Steffen Mau: Wandel im Osten

Steffen Mau: Wandel im Osten

11. November 2020 (20:00 Uhr – Zoom/Publikum via Livestream)

Mit seinem jüngsten Buch »Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft« kehrt der Berliner Soziologe Steffen Mau in das gleichnamige Rostocker Neubauviertel zurück, in dem er in den 1970er Jahren aufgewachsen ist. Für seine Untersuchung sprach er mit Dagebliebenen und Weggezogenen. Entstanden ist eine viel besprochene Studie, die erhellende Einblicke in Strukturen und Mentalitäten Ostdeutschlands bietet.
Wir fragen nach, was die DDR mit dem Heute zu tun hat und warum es auch für Soziolog*innen sinnvoll ist, in die Vergangenheit zurückzublicken, um gegenwärtige Fragen zu beantworten.

Patrice G. Poutrus: Geschichte des Asyls

Patrice G. Poutrus: Geschichte des Asyls

23. September 2020 (20:00 Uhr – Café Alibi/Publikum via Livestream)

Das politische Selbstverständnis im Umgang mit Migranten muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Der Wille zur Offenheit und Solidarität mit flüchtenden Menschen ringt mit der Furcht vor dem Fremden. Diese Ambivalenz lässt sich besonders an den Debatten um das Asylrecht ablesen. So verschiebt sich jenes Recht politisch Verfolgter im gerichtlichen Anerkennungsverfahren zu einer Nachweispflicht, der eine Bemühung, dieses Recht vorzuenthalten, entgegensteht. Patrice Poutrus zeichnet dieses Schwanken der politischen Haltung zwischen humanitärer Hilfe und wirtschaftlichem Pragmatismus in seinem Buch „umkämpftes Asyl“ nach. Wir wollen uns mit dem Autor darüber unterhalten, worin die Erschwernisse liegen, um Geflüchtete als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft anzuerkennen und wie sich die Forderung nach Integration, hinter der sich oft die Erwartung nach ‚vorbildhaftem Verhalten‘ der aufgenommenen Person verbirgt, im Spiegelbild normativer Konflikte in der eigenen Gesellschaft bewerten lässt.